Die kanadische Regierung:
Ministry for Natural Resources (MNR)
Kommission für Natur- und Bodenschätze und Umwelt von British Columbia
(der Bericht wurde mit der Unterstützung von Bob Nixon verfasst)
Die Entscheidungen hinsichtlich der Entwicklung und Bewahrung der Waldressourcen von Vancouver-Island in der kanadischen Provinz British Columbia wurden lange Zeit von Streitigkeiten und Spannungen zwischen den gutorganisierten und lautstarken Interessengruppen beeinträchtigt, von den Umweltschützern über die örtlichen Regierungsbehörden bis hin zur Holzindustrie. Um die Jahre erbitterten Streites zu beenden, berief die Regierung British Columbia's eine auf ein Jahr befristete regionale Landnutzungs-Verhandlungsrunde auf Vancouver-Island ein, die von der Kommission für Natur- und Bodenschätze und Umwelt (CORE) geleitet wird, derjenigen Provinz-Körperschaft, die mit der Ausarbeitung von Landnutzungsstrategien beauftragt ist.
An der Diskussion beteiligten sich Vertreter des Umweltschutzes, der Jugend, der Fischerei, aus Wirtschaft, Handel und Industrie, der unabhängigen Waldbesitzer, der kleinen Gemeinden, der Landwirtschaft, der örtlichen Verwaltung, der Provinzregierung, der indigenen Völker ("First Nations" genannt), der Arbeiterorganisationen, des Tourismus, der Naherholung und anderweitig Interessierten.
Alle Repräsentanten absolvierten ein Training in Diskussion und Lösungsfindung, und sämtliche Ansichten und Standpunkte wurden als legitim anerkannt. Die Entscheidungen erforderten eher Übereinkünfte auf dem Verhandlungswege als Abstimmungen.
Die Regierung bewies gleich zu Beginn ihre Fähigkeit zu kritischer Führung, indem sie die Notwendigkeit einer grundlegenden Änderung der Art der Waldnutzung anerkannte. Sie unternahm auch Schritte, um den Kahlschlag zu unterbinden, die Abhängigkeit von Holz- bzw. Forstprodukten zu reduzieren, und ein Minimum von 12% des zugrundegelegten Areals als Schutzgebiete zum Zwecke des umfassenden Waldschutzes einzurichten sowie eine Strategie zum Schutze der Artenvielfalt zu entwickeln.
So sicherte die Regierung den forstabhängigen Gemeinden finanzielle Unterstützung ebenso zu wie die Mittel, die zur Umschulung der Arbeiter und zur Umgestaltung der örtlichen Wirtschaft benötigt werden.
Die Teilnehmer erkannten, daß viele ihrer früheren Konflikte hinsichtlich des Managements von Waldschätzen eher ein Resultat von persönlichen Interessen als von unterschiedlichen Wertauffassungen waren. Mythen wurden beiseite geräumt und neue Ideen gewannen Unterstützung, da ein gegenseitiger Respekt alle Parteien zu einem Mehr an Entgegenkommen befähigte. So wurden einstimmige Entscheidungen hinsichtlich einer Erklärung getroffen, welche Vision man für das Jahr 2020 ins Auge faßte. In diesem Jahr des Dialogs entwickelte sich eine breite und starke Unterstützung betreffs der Art der Entscheidungsfindung.
Sobald jedoch die Regierung etwas nachließ, die Annäherung durch gemeinsame Entscheidungsfindungen zu unterstützen, unterbrach kurz vor der Auflösung des Runden Tisches einer der industriellen Hauptteilnehmer den ganzen Prozeß und verließ den allgemeinen Konsens. Daraufhin sah sich der Regierungsbeauftragte gezwungen, einen entsprechenden Bericht zu verfassen. Nichtsdestotrotz spiegelte der Bericht den Geist von Diskussion und Übereinstimmung wider, der allgemein vorherrschend war.
(aus dem Englischen von spiderlily)