Zum Thema HanfAnmerkungen zum Kleinen Papier-ABC von Manfred Groeteke in: PaperNews, Ausgabe 1998 "derspottvongroetekeistfehlamplatzdermythoshanfistnurfürdiejenigeneinerdienichtmitgedachthabenwhoknowsitfeelsit" Der Mißton in Inhalt und Aussage (message) dieses bemühten Magazins verlangt nach der Schönheit von so sanften Pflanzen wie Hanf oder Bambus - nach der Ästhetik natürlicher Kreisläufe. Und unser Blauer Planet braucht - sehr schnell - eine naturgemässe, d.h. ökologisch integrierbare Lösung für seine Lungenteilamputationen, den gerodeten Regenwäldern. Einmal zugelassen, entwickeln Hanfkulturen ihre eigene Dynamik, ihre eigenen Strukturen, die sie auf ihre Umgebung übertragen und die unweigerlich auch auf die human-ökonomischen Zwangsneurosen und Selbstvernichtungsstrategien unserer Gattung harmonisierend einwirken. Wer darüber mehr wissen will, lese die Schriften von Fukuoka, dem begnadeten Beobachter natürlicher Abläufe. In diesen beschreibt er die sich selbst stabilisierenden pflanzlichen, tierischen und menschlichen Regelkreise, wie sie sich nach der Aufgabe von Kontrolle und Manipulationen von selbst entwickeln. Diese herrschaftlichen, aus der Feudalepoche in die kapitalistische Ära übernommenen Kontrollmechanismen finden ihren bemitleidenswerten Ausdruck in Groetekes Behauptung von "sogar rauschstoffarmen Züchtungen" - obwohl jedes Kind im ehemaligen sogenannten Ostblock weiß, daß "jene" ungezogen in allen Straßengräben als Unkraut unter ihresgleichen gedeihen. Gezüchtet werden muß - und mußte nach der letzten Eiszeit immer schon - der gute alte Knaster. Dem schwindet in unseren kühl-gemässigten Breitengraden aus Mangel an ausreichenden Sonnentagen nämlich alle zwei bis vier cannabisgenerationenlang die Wirksamkeit. Und die kann nur durch exotische Saaten aufgefrischt werden - nachzulesen in den Korrespondenzen der amerikanischen Gründerväter Jefferson und Washington. Verheerender noch als die Befürchtung Groetekes, in Zukunft durch Hanfplantagen anstatt durch deutsche Forste von zwanghaftem Parkcharakter joggen zu müssen, ist dem PaperNews-Leser die Konfrontation mit dessen geistiger Selbstbeschränkung. Er erachtet die vergleichsweise hohen Kosten, die bei der Hanf-Zellstoffherstellung zu Buche schlagen, für wesentlich - und zwar angesichts der ungeheueren Folgekosten des Raubbaus ,der an dem uns umgebenden und uns miteinbeziehenden sensiblen Organismus - unserem Planeten Erde - verbrochen wird. Er selbst und seinesgleichen bezahlen lieber mit ihrem Blut, ihren Genen, ihren Kindern und deren Zukunft, als mit ihrem Geld?! Das rührt wohl daher, daß zu Beginn dieser Einstellung immer der Verlust des gesunden Menschenverstandes steht, "werte" Verteidiger von Gewinnmargen der Industrien Papier, Druck, Werbung und Kommunikation! Wer bezichtigt sich denn schon klaren Verstandes selbst der Lüge, indem er seine eigene Behauptung des weltweiten und generellen Fehlens an pflanzlichen Alternativen zu Holz (außer Hanf) einige Seiten weiter durch die Aufzählung der nämlichen ad absurdum führt?! Als da wären: Algen, Maulbeerbaum, Flachs, Baumwolle, Brennessel, Papyrus, Seidelbast, Stroh, Banane, Reis, Gelbstrauch, Yucca und Bambus. Mit Sicherheit wird keiner der Herren aus dem papierenen Großverdienerraum zum Lumpensammler, wenn er seinen jahrzehntelang mühelos erwirtschafteten Überschuß in die Entwicklung, den Aufbau und die Optimierung von alternativ-pflanzlichen Zellstoffherstellungen und -verwendungen investiert. Das wäre das beste Recycling-Konzept für Baumwollkämmlinge im monetären Umlauf - den Banknoten! Und wir könnten endlich damit aufhören, unsere Lese-, Schreib- und Hygiene-Bedürfnisse mit Produkten aus dem getrockneten Zellstoffmatsch von gemeuchelten Tausendjährigen aus dem sagenhaften Reich des weißen Grizzly zu befriedigen. Wären sie Menschen, würden wir sie auch nicht zu Vancouver-Würstchen verarbeiten, oder...? Na also! © 1998, spiderlily |